KI-generierte Symbolillustration von GayCrew; keine echte Festivalaufnahme.
Vier Tage queeres Kino, eine Änderung zum Auftakt und Geschichten über Männerliebe, Familie und das Älterwerden: Vom 5. bis 8. November 2026 wird das Cinema in Münster zum Treffpunkt für schwule, lesbische und queere Filmfans. Die 28. Queerstreifen zeigen internationale Filme, aber die Begegnungen finden mitten in Nordrhein-Westfalen statt. Zum Auftakt ist inzwischen die Münsteraner Poetry-Slammerin Jana Goller angekündigt. Hier erfährst Du, welche Filme sich lohnen, wann sie laufen und was der Eintritt kostet.
Queerstreifen Münster 2026: Jana Goller eröffnet am 5. November
Los geht es am Donnerstag, 5. November, um 18:30 Uhr im Cinema an der Warendorfer Straße. Laut aktueller Festivalstartseite gestaltet die Münsteraner Poetry-Slammerin Jana Goller die Eröffnung. Ältere Kinoprogrammtexte nennen noch Birte Stolte; deshalb ist die aktuelle Veranstalterangabe besonders wichtig. Der Auftakt ist kostenlos. Anschließend lädt das Festival zum Empfang mit Sekt und Selters im Café Classique ein.
Die Änderung ist ein guter Anlass, vor dem Besuch noch einmal die Originalseiten zu prüfen. Gerade bei Festivals werden Programme lange im Voraus geplant, während einzelne Gäste und Abläufe sich kurzfristig ändern können. Was bleibt, ist der Charakter des Abends: ein gemeinsamer Start in vier Tage queere Kultur. Und dafür brauchst Du weder ein großes Budget noch einen besonders ausgefallenen Dresscode.
„Lieblingsmenschen“: Ein schwuler Geflüchteter trifft eine 101-Jährige
Direkt nach der Eröffnung folgt am Donnerstag um 20:30 Uhr die Münster-Premiere von „Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes und Amir“. Amir ist 31, schwul und aus dem Iran geflüchtet. In Deutschland sucht er ein Zuhause und wartet auf die Entscheidung über seinen Aufenthaltsstatus. Agnes ist 101 Jahre alt und möchte auf keinen Fall in ein Pflegeheim ziehen. Aus der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft entwickelt sich eine Freundschaft.
Der deutsche Film von Helena Hufnagel mit Katharina Thalbach und Bardo Böhlefeld verbindet Generationenfragen mit Migration und Selbstbestimmung. Gerade das macht die Geschichte für GayCrew interessant: Ein schwuler Mann steht im Mittelpunkt einer Erzählung, die mehr sein will als ein Coming-out-Drama. Der Film fragt, wie Menschen füreinander da sein können, obwohl ihre Lebensgeschichten zunächst kaum Gemeinsamkeiten haben. Alle Angaben zur Vorführung stammen aus dem offiziellen Kinoprogramm.
„La bola negra“: Schwule Liebe in Zeiten des Krieges
Wer intensive Männergeschichten bevorzugt, sollte sich Freitag, 6. November, 19:20 Uhr vormerken. Dann läuft „La bola negra“, ein Drama der spanischen Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi. Es verknüpft das Leben dreier schwuler Männer in unterschiedlichen Jahrzehnten. Im Spanischen Bürgerkrieg verliebt sich ein Anhänger Francos in einen verwundeten republikanischen Gefangenen. Ausgerechnet die Liebe stellt seine politischen Überzeugungen infrage.
Das Festival nennt außerdem Penélope Cruz und Glenn Close in der Besetzung. Das klingt nach großem Kino, ist aber vor allem eine Geschichte über persönliche Entscheidungen in einer Zeit politischer Gewalt. Die Filmhandlung spielt außerhalb Deutschlands; unser Anlass ist jedoch die konkrete Vorführung in Münster. So entsteht ein regionaler Veranstaltungstipp statt einer beliebigen Auslandsnachricht.
„Jimpa“ und „Jone, Sometimes“: Wenn Eltern älter werden
Ein thematischer Schwerpunkt der 28. Queerstreifen heißt „Wenn die Eltern älter werden“. Im Film „Jimpa“ besucht eine Mutter gemeinsam mit ihrem nicht-binären Kind den schwulen Großvater in Amsterdam. Die Begegnung bringt Fragen nach Freiheit, Familie und Verantwortung mit sich. Der Film mit Olivia Colman läuft als Abschluss am Sonntag, 8. November, um 19:45 Uhr.
Auch „Jone, Sometimes“ beschäftigt sich mit familiären Veränderungen. Die junge Jone erlebt ihre erste lesbische Liebe, während die Parkinson-Erkrankung ihres Vaters zunehmend ihren Alltag bestimmt. Zu sehen ist der Film am Samstag, 7. November, um 20:30 Uhr. Beide Geschichten zeigen, dass queere Lebensrealitäten nicht losgelöst von Familie, Sorgearbeit und dem Älterwerden existieren. Es geht nicht nur darum, wen wir lieben, sondern auch darum, für wen wir Verantwortung übernehmen.
„The Man I Love“: Schwules Leben und die Aids-Krise
Am Sonntag, 8. November, um 10:45 Uhr steht „The Man I Love“ auf dem Spielplan. Der Film blickt auf die New Yorker Kunstszene der 1980er-Jahre und einen schwulen Performancekünstler, der trotz Aids-Erkrankung noch einmal künstlerischen Erfolg und erotische Nähe erlebt. Laut Festivalprogramm gehört Rami Malek zur Besetzung. Das Thema ist ernst, doch es geht auch um Kreativität, Liebe und den Wunsch, selbst über die eigene Geschichte zu bestimmen.
Gerade für jüngere Zuschauer kann ein solcher Film ein Zugang zu queerer Geschichte sein. Die Aids-Krise war nicht nur ein medizinisches Ereignis, sondern prägte Freundschaften, Beziehungen, Kunst und politischen Aktivismus. Die Erinnerung daran bleibt wichtig, ohne die betroffenen Menschen allein auf Krankheit und Verlust zu reduzieren. In Münster wird diese Geschichte auf der großen Leinwand erfahrbar.
Queeres Kino ist mehr als ein Platz im dunklen Saal
Das Festival bietet auch Raum für Gespräche. Am Samstag, 7. November, ab 10 Uhr ist ein Generationenfrühstück im neben*an geplant. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die allein kommen und neue Kontakte suchen. Ein gemeinsamer Kaffee kann schließlich genauso viel verbinden wie ein Film, über den man anschließend noch lange diskutiert.
Während des Festivals steht das neben*an zudem als Rückzugsort zur Verfügung. Wer zwischendurch Ruhe braucht, kann dort durchatmen, ohne etwas bestellen zu müssen. Das ist eine schöne Ergänzung zu einem Programm, das bewusst unterschiedliche Generationen und Lebensentwürfe anspricht. Eine queere Veranstaltung muss nicht immer laut sein, um Gemeinschaft zu ermöglichen.
Queerstreifen Münster: Termine, Preise und Anreise
Die 28. Queerstreifen finden vom 5. bis 8. November 2026 im Cinema, Warendorfer Straße 45, Münster statt. Bis einschließlich Mittwoch, 4. November kostet eine reguläre Filmkarte im Vorverkauf 7 Euro, danach 9 Euro. Eine Fünferkarte kostet 32,50 Euro, eine Dauerkarte 67,50 Euro. Für Menschen mit Münster-Pass, die von Armut betroffen sind, gibt es nach Verfügbarkeit ein kostenloses Ticket an der Kinokasse.
Die Eröffnung ist eintrittsfrei; für Filmvorführungen gelten die jeweiligen Ticketregelungen. Verbindliche Zeiten, Programmänderungen und Buchungsmöglichkeiten findest Du direkt bei Queerstreifen und im Cinema-Programm. Wenn Du mehrere Vorstellungen besuchen möchtest, lohnt es sich, den Spielplan vorher genau anzusehen. Nicht alle Filme beginnen zur gleichen Uhrzeit.
Vier Tage Kino, schwule Geschichten und neue Begegnungen
Mit „Lieblingsmenschen“, „La bola negra“, „The Man I Love“ und den Filmen über alternde Eltern setzt das Festival unterschiedliche Akzente. Manche Geschichten sind warmherzig, andere unbequem oder historisch. Gemeinsam zeigen sie, wie vielfältig queeres Kino sein kann. Für GayCrew ist das ein spannender NRW-Kulturtipp abseits der üblichen Clubnächte und Dragshows.
Unser Tipp: Such Dir einen Film aus, der Dich neugierig macht, und plane danach noch etwas Zeit für Gespräche ein. Vielleicht entdeckst Du in Münster nicht nur einen neuen Lieblingsfilm, sondern auch neue Menschen. Weitere regionale Termine findest Du bei GayCrew Party & Events, Nachrichten aus der Szene in unseren GayCrew-News.
