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Queer Dream House Dortmund: Zwei kostenlose Abende über Liebe jenseits der Norm

KI-generierte Symbolillustration: zwei fiktive Männer hören gemeinsam einer Lesung in einem warm beleuchteten Literaturraum mit violettem und goldenem Licht zu

KI-generierte Symbolillustration von GayCrew. Keine Aufnahme des Literaturhauses oder der Lesungen.

Kann Liebe mehr sein als die klassische Paarbeziehung? Und wie erzählt man von Begehren, wenn gesellschaftliche Erwartungen dafür kaum Worte lassen? Genau diesen Fragen widmet sich Queer Dream House Dortmund mit zwei kostenlosen Literaturabenden am 25. November und 9. Dezember 2026. Im Literaturhaus Dortmund treffen Texte von James Baldwin und Audre Lorde auf Geschichten über Freundschaft, Selbstbestimmung und aromantische beziehungsweise asexuelle Lebensrealitäten. Du musst dafür kein Literaturprofi sein – Neugier genügt.

Queer Dream House Dortmund: Zwei Abende, zwei Perspektiven

Die neue Reihe des Schauspiel Dortmund und des Literaturhauses setzt auf Texte, die queere Erfahrungen nicht als Randthema behandeln. Am Mittwoch, 25. November, um 19:30 Uhr heißt der Abend „The Price of Love“. Im Mittelpunkt stehen James Baldwin und Audre Lorde. Zwei Wochen später, am Mittwoch, 9. Dezember, ebenfalls um 19:30 Uhr, folgt die „Aro Ace Anthology“ mit Texten von Alice Oseman und Claudie Arseneault.

Beide Veranstaltungen finden im Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund statt. Der Eintritt ist laut offiziellem Dortmunder Veranstaltungskalender kostenlos. Das ist eine gute Gelegenheit, queere Kultur außerhalb von Party und Club kennenzulernen – direkt im Ruhrgebiet, ohne eine weite Anreise.

25. November: James Baldwin und Audre Lorde im Mittelpunkt

Der erste Abend trägt den Titel „The Price of Love“. Das Programm verbindet Romane, Gedichte und Essays von James Baldwin und Audre Lorde. Baldwin schrieb über Rassismus, Zugehörigkeit und gleichgeschlechtliches Begehren; Lorde über Schwarze, lesbische Erfahrungen, Sprache und Selbstermächtigung. Beide hinterfragten gesellschaftliche Regeln, die bestimmten Menschen vorschreiben, wie sie zu leben und zu lieben haben.

Unter anderem fließen Auszüge aus Baldwins Ein anderes Land und Lordes Zami. Eine neue Schreibweise meines Namens in den Abend ein. Die Lesung wird durch ein historisches Gespräch der beiden gerahmt. Dabei geht es nicht darum, ihre Lebenswege gleichzusetzen, sondern unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen. Wichtig: Die Veranstaltung präsentiert ihre Texte; sie ist selbstverständlich kein persönlicher Auftritt der verstorbenen Schriftsteller:innen.

Warum Liebe und Solidarität mehr als Privatsache sind

Der Termin am 25. November ist bewusst gewählt. Er fällt auf den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Die Stadt Dortmund kündigt die Lesung ausdrücklich aus diesem Anlass an. Im Zentrum steht die Frage, wie Liebe, Freundschaft und Solidarität möglich bleiben, wenn Menschen Diskriminierung und Gewalt erleben.

Das Thema betrifft auch schwule Männer: Viele kennen die Erfahrung, Beziehungen erklären oder rechtfertigen zu müssen. Andere müssen zusätzlich mit Rassismus oder gesellschaftlichen Ausschlüssen umgehen. Literatur kann solche Erfahrungen sichtbar machen, ohne fertige Antworten vorzugeben. Gerade die Verbindung zwischen persönlichen Gefühlen und politischen Verhältnissen macht Baldwins und Lordes Texte bis heute interessant.

Kein Vortrag über die einzig richtige Liebe

Der Abend ist kein Ratgeber und verspricht keine einfache Lösung für komplizierte Beziehungen. Stattdessen geht es um die Frage, welche Formen von Nähe möglich sind und wer darüber entscheidet, was als Familie, Partnerschaft oder Zusammenhalt gilt. Das kann nachdenklich machen – und manchmal auch die eigene Sicht auf scheinbar selbstverständliche Vorstellungen verändern.

9. Dezember: Alice Oseman und Claudie Arseneault

Beim zweiten Abend wechselt die Perspektive. Die „Aro Ace Anthology“ beschäftigt sich mit aromantischen und asexuellen Erfahrungen. Im Programm stehen Texte aus „Loveless“ von Alice Oseman und „Common Bonds“ von Claudie Arseneault. Oseman ist vielen durch die ursprünglichen Heartstopper-Graphic-Novels bekannt. Hier steht jedoch eine andere Geschichte im Vordergrund.

In Loveless sucht eine junge Frau nach Worten für ihre aroace Identität. Die Texte aus Common Bonds eröffnen andere Möglichkeiten, Nähe und Zusammenleben zu denken. Die Reihe fragt: Was passiert, wenn romantische Liebe nicht länger automatisch als höchste Form einer Beziehung gilt? Die Stadt beschreibt den Abend als collagierte Lesung, nicht als persönliche Lesereise der beiden Autorinnen. Ein Auftritt von Oseman oder Arseneault in Dortmund ist nicht angekündigt.

Freundschaft, Wahlfamilie und Nähe ohne Schubladen

„Aromantisch“ und „asexuell“ beschreiben unterschiedliche Erfahrungen: Es geht um romantische beziehungsweise sexuelle Anziehung. Beides ist nicht automatisch dasselbe und sagt auch nichts darüber aus, ob jemand enge Bindungen, Zärtlichkeit oder Gemeinschaft möchte. Genau solche Unterscheidungen werden im Alltag oft übersehen. Eine Literaturveranstaltung kann einen niedrigschwelligen Zugang zu diesen Lebensrealitäten schaffen.

Auch für Menschen, die sich selbst nicht als aroace verstehen, ist das Thema spannend. Denn viele schwule Männer kennen Wahlfamilien, tiefe Freundschaften und Beziehungen, die nicht in ein traditionelles Schema passen. Wenn wir darüber nachdenken, wem wir Zeit, Vertrauen und Fürsorge schenken, wird deutlich: Ein erfülltes Leben lässt sich nicht auf den Beziehungsstatus reduzieren.

Was Dich bei einer collagierten Lesung erwartet

Bei einer collagierten Lesung werden unterschiedliche Texte und Stimmen zu einem gemeinsamen thematischen Abend verbunden. Das ist etwas anderes als die klassische Buchvorstellung, bei der ein Autor aus seinem neuesten Werk liest. Bei Queer Dream House Dortmund stehen literarische Perspektiven und ihr Zusammenspiel im Mittelpunkt. Welche konkreten Mitwirkenden die Texte auf der Bühne präsentieren, nennen die geprüften Terminankündigungen nicht; wir schreiben deshalb niemandem einen Auftritt zu.

Die Reihe entsteht als Kooperation zwischen Schauspiel Dortmund und Literaturhaus Dortmund. Das Theater Dortmund beschreibt das Format als Verbindung von Literatur, Theorie und Performance. Du kannst also einen Abend erwarten, der Texte nicht nur nebeneinanderstellt, sondern in einen größeren Zusammenhang bringt.

Eintritt frei: So planst Du Deinen Besuch

Beide Abende beginnen nach den aktuellen Veranstalterangaben um 19:30 Uhr. Die genaue Einlasszeit und eine verbindliche Endzeit sind nicht veröffentlicht. Für den 25. November empfiehlt die Stadt ausdrücklich eine Reservierung, obwohl der Eintritt kostenlos ist. Prüfe vor Deinem Besuch den aktuellen Stand auf dortmund.de oder beim Literaturhaus. Eine Reservierung ist nicht mit einem kostenpflichtigen Ticket gleichzusetzen.

Der Veranstaltungsort liegt am Neuen Graben 78 in der Dortmunder Innenstadt-West. Plane etwas Zeit für den Weg ein, besonders wenn Du aus Bochum, Essen oder einer anderen Ruhrgebietsstadt anreist. Informationen zur Barrierefreiheit solltest Du bei Bedarf direkt beim Literaturhaus Dortmund erfragen, statt Dich auf Vermutungen zu verlassen.

Warum Queer Dream House gut zu Dortmund passt

Mit zwei kostenlosen Terminen macht die Reihe queere Kultur im Ruhrgebiet zugänglich, ohne dass Du ein teures Ticket oder Szene-Vorkenntnisse brauchst. Der erste Abend fragt nach Liebe unter gesellschaftlichem Druck, der zweite nach Nähe jenseits romantischer Erwartungen. Beide zeigen, wie vielfältig unsere Geschichten sind – und dass queeres Leben viel mehr umfasst als das Nachtleben.

Unser GayCrew-Tipp: Wenn Dich Männerliebe, queere Literatur oder neue Perspektiven auf Beziehungen interessieren, merk Dir den 25. November und den 9. Dezember vor. Weitere Termine findest Du in unserer GayCrew-Eventübersicht; aktuelle Themen aus der Community gibt es unter GayCrew-News.

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