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Aljosha Muttardi in Dortmund: Wenn das Coming-out zur persönlichen Geschichte wird

KI-generierte Illustration: Aljosha Muttardi Lesung Dortmund: GayCrew-Illustration einer Bühne mit Mikrofon, Lesesessel und Regenbogenlicht

Aljosha Muttardi kommt nach Dortmund – und bringt eine Geschichte mit, die hinter die perfekt ausgeleuchtete Social-Media-Welt blickt. Am 15. Oktober spricht der aus „Queer Eye Germany“ bekannte Arzt, Podcaster und Autor im Literaturhaus über sein Coming-out, Scham, Selbstzweifel und die Suche nach einem authentischen Leben.

Die kostenlose Lesung ist Teil des 0+1 Festivals für Diversität und Komplexität. Warum sein Buch mehr erzählt als eine klassische Prominentenbiografie und was du für den Besuch wissen musst, erfährst du hier.

Aljosha Muttardi Lesung in Dortmund: GayCrew-Symbolillustration einer Lesebühne mit Sessel und Mikrofon
KI-generierte Illustration. Symbolbild von GayCrew – keine Aufnahme von Aljosha Muttardi oder dem Veranstaltungssaal.

Aljosha Muttardi liest am 15. Oktober in Dortmund

Was bedeutet es, für andere Menschen ein Vorbild zu sein und zugleich mit den eigenen Selbstzweifeln zu kämpfen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Aljosha Muttardi in seinem Buch „Gut wird’s hier nicht mehr, aber besser“. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, stellt er es um 19:30 Uhr im Literaturhaus Dortmund vor. Die Lesung gehört zum 0+1 Festival für Diversität und Komplexität.

Der Eintritt ist frei. Dennoch ist eine Anmeldung über die Veranstaltungswebsite erforderlich. Für alle, die sich für queere Lebensgeschichten, persönliche Entwicklung und die Herausforderungen sozialer Medien interessieren, bietet der Termin eine Gelegenheit, den Autor abseits kurzer Clips und Fernsehauftritte zu erleben.

Moderiert wird der Abend von Evelyn Dossa-Masakidi und Evelyn Hennor. Er findet im Rahmen einer Zusammenarbeit des Festivals mit der Demokratiewerkstatt statt und soll persönliche Erfahrungen mit größeren gesellschaftlichen Fragen verbinden.

Vom Fernsehen zu einer sehr persönlichen Geschichte

Viele kennen Aljosha Muttardi aus der Netflix-Reihe „Queer Eye Germany“. Als einer der Fab Five wirkte er an einem Format mit, das Menschen dabei unterstützte, Veränderungen im Alltag anzugehen und sich selbst mit anderen Augen zu sehen. Die Sendung wurde 2023 mit dem Grimme-Spezialpreis ausgezeichnet.

Muttardi arbeitet außerdem als Arzt, Podcaster und Content Creator. In den sozialen Medien erreicht er viele Menschen mit Beiträgen über queeres Leben, gesellschaftliche Fragen und persönliche Perspektiven. Doch Reichweite bedeutet nicht automatisch, dass das eigene Leben dadurch einfacher wird.

Sein autobiografisches Buch richtet den Blick bewusst auf die Person hinter der öffentlichen Rolle. Statt ausschließlich Tipps zu geben, beschreibt er eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Widersprüche. Gerade dieser Wechsel der Perspektive macht die angekündigte Lesung für Leserinnen und Leser interessant, die ihn bisher hauptsächlich als Fernsehgesicht kennen.

Coming-out, Scham und die Frage nach dem Normalen

Ein Schwerpunkt des Buches ist sein Coming-out. Der Verlag beschreibt, wie Muttardi von Scham und Angst erzählt und davon, sich lange nicht normal gefühlt zu haben. Solche Erfahrungen lassen sich nicht auf eine einzige queere Biografie übertragen, können aber Menschen ansprechen, die ähnliche Fragen aus ihrem eigenen Leben kennen.

Ein Coming-out ist schließlich nicht bloß eine Information, die man anderen übermittelt. Es kann mit Hoffnungen, Erwartungen und der Sorge verbunden sein, nicht so akzeptiert zu werden, wie man ist. Manche Menschen sprechen früh offen darüber, andere brauchen deutlich mehr Zeit. Einen einzigen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht.

Die persönliche Perspektive ist deshalb wichtiger als eine allgemeine Erfolgsgeschichte. Sichtbarkeit kann Mut machen, doch niemand sollte gezwungen sein, seine Geschichte öffentlich zu teilen. Wer über Scham und Selbstzweifel spricht, zeigt zugleich, dass auch bekannte und selbstbewusst auftretende Menschen ihre eigenen Herausforderungen haben.

Zwischen Likes und Leistungsdruck: Authentisch bleiben

Muttardis Buch behandelt auch die schwierige Balance zwischen öffentlicher Erwartung und persönlicher Ehrlichkeit. Soziale Netzwerke belohnen häufig klare Botschaften, perfekt inszenierte Augenblicke und scheinbar eindeutige Positionen. Das eigene Leben verläuft dagegen selten so geradlinig.

Wer sich als Influencer zu gesellschaftlichen Fragen äußert, kann Menschen erreichen, wird aber auch mit Kritik, Hass und der Erwartung ständiger Präsenz konfrontiert. Der Verlag nennt mentale Gesundheit, Leistungsdruck und Selbstzweifel als wichtige Themen seiner Erzählung. Es geht damit nicht nur um das Coming-out, sondern ebenso um den Umgang mit Aufmerksamkeit.

Gerade für ein queeres Online-Magazin ist dieser Blick interessant: Social Media kann Gemeinschaft schaffen, Informationen verbreiten und Menschen sichtbar machen. Gleichzeitig ersetzt die Zahl der Follower keine persönlichen Beziehungen oder den Raum, einmal nicht funktionieren zu müssen.

Warum die Lesung zum 0+1 Festival passt

Das 0+1 Festival für Diversität und Komplexität findet 2026 zum sechsten Mal statt. Mit zwölf unterschiedlichen Formaten rückt es nach Angaben der Stadt Dortmund die Liebe als gesellschaftliche Haltung in den Mittelpunkt. Dazu zählen kulturelle Begegnungen und Veranstaltungen, in denen über Zusammenleben, Zugehörigkeit und unterschiedliche Erfahrungen gesprochen wird.

Eine autobiografische Lesung bietet dafür einen anderen Rahmen als eine Podiumsdiskussion mit vielen kurzen Wortmeldungen. Hier steht eine persönliche Geschichte im Zentrum, die gesellschaftliche Fragen berührt, ohne für alle Menschen sprechen zu müssen.

Die Veranstaltung im Literaturhaus zeigt zudem, dass queere Sichtbarkeit nicht auf Pride-Paraden und Partys beschränkt ist. Auch Literatur, Gespräche und Räume zum Nachdenken gehören zu einer lebendigen Community-Kultur in Dortmund.

Alle Informationen zur Lesung und Anmeldung

Der Abend beginnt am Donnerstag, 15. Oktober, um 19:30 Uhr im Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Deshalb lohnt es sich, die offizielle Veranstaltungsseite vorab zu öffnen, statt einfach ohne Registrierung anzureisen.

Für Informationen zur Anmeldung und mögliche kurzfristige Änderungen ist die Website des Literaturhauses die zuverlässigste Anlaufstelle. Die Adresse übernimmt GayCrew direkt von der Spielstätte und dem städtischen Veranstaltungskalender; auf der Verlagsseite findet sich eine abweichende Anschrift.

Wer sich für Muttardis Buch interessiert, erhält dort einen Einblick in Themen wie Coming-out, mentale Gesundheit, soziale Medien und Aktivismus. Ob es im Anschluss eine Fragerunde oder Signierstunde gibt, ist in den geprüften Veranstaltungsinformationen nicht eindeutig bestätigt und wird deshalb hier nicht versprochen.

Ein Abend über Mut – und darüber, nicht perfekt sein zu müssen

Die Lesung mit Aljosha Muttardi bringt am 15. Oktober eine persönliche queere Geschichte nach Dortmund. Im Mittelpunkt steht nicht der Anspruch, immer stark und sichtbar sein zu müssen, sondern die Frage, wie Menschen mit Druck, Unsicherheit und gesellschaftlichen Erwartungen umgehen.

Das könnte gerade deshalb ein interessanter Abend werden: weil die Geschichte eines bekannten Menschen nicht nur von Erfolgen erzählt, sondern auch von Erfahrungen, die weniger leicht in ein perfektes öffentliches Bild passen. GayCrew nimmt den Termin als Empfehlung für alle auf, die queere Kultur einmal jenseits der Tanzfläche erleben möchten.

Quellen und Anmeldung: Literaturhaus Dortmund – offizieller Veranstaltungstermin; Stadt Dortmund – Lesungsankündigung; Droemer Knaur – Angaben zum Buch. Mehr Kultur- und Communitythemen bei GayCrew Party & Events.

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