Bild: offizieller Festivalbanner von Queer.Life.Duisburg · vom Veranstalter zur Verlinkung auf das Festivalprogramm bereitgestellt.
21 Veranstaltungen, sechs Wochen queeres Kulturprogramm und jede Menge Gründe, den Kalender zu zücken: Das Festival Queer.Life.Duisburg 2026 bringt ab dem 21. Oktober Kino, Comedy, Literatur, Begegnungen und Partys ins westliche Ruhrgebiet. Besonders schön: Viele Termine kosten keinen Eintritt – und auch Mülheim, Moers und Essen sind dabei.
Vom 21. Oktober bis 30. November 2026 läuft die 38. Ausgabe des Festivals. Hinter dem Programm stehen das Queer.Life.Duisburg-Team und verschiedene Gruppen aus der Region. Wir haben die offiziellen Termine durchgesehen und zeigen dir, welche Veranstaltungen du dir vormerken solltest.
Queer.Life.Duisburg 2026: 21 Veranstaltungen für die Community
Ein Festival, bei dem es nicht nur um eine einzige große Bühne geht: Genau das macht Queer.Life.Duisburg interessant. Die Veranstalter haben für die 38. Ausgabe 21 Programmpunkte angekündigt. Filmabende stehen neben Lesungen, einem Regenbogenstammtisch, einer Wanderung, Workshops und Veranstaltungen rund um sexuelle Gesundheit.
Der Auftakt ist für den 21. Oktober um 18 Uhr in Moers vorgesehen. Beim kostenlosen „Queeren Vorlesen“ im Treff von SLaM & Friends, Rüttgersweg 25, geht es um queere Literatur und Austausch. Beteiligt ist der „Queer Book Circle“ von Burg Hülshoff – Centre for Literature. Wer lieber zuhört als selbst etwas vorträgt, ist laut Ankündigung ebenfalls willkommen.
Damit beginnt ein Programm, das über Duisburg hinausreicht. Veranstaltungsorte finden sich auch in Moers, Mülheim an der Ruhr und Essen. Die Mischung ist bewusst breit: Du kannst einen Kinofilm entdecken, neue Leute kennenlernen oder einfach mit Freundinnen und Freunden feiern gehen. Nicht jede Veranstaltung richtet sich an dieselbe Zielgruppe – genau deshalb lohnt sich ein Blick ins detaillierte offizielle Programm.
Queeres Kino: Von „The Wedding Banquet“ bis „Pillion“
Für Filmfans ist das filmforum Duisburg am Dellplatz eine wichtige Adresse. Am 1. November um 20:30 Uhr steht „The Wedding Banquet“ auf dem Programm. Die Neuinterpretation der bekannten Geschichte von Regisseur Andrew Ahn erzählt von Liebe, Familie, Erwartungen und einer geplanten Scheinehe, die zunehmend aus dem Ruder läuft. Zum Ensemble gehören unter anderem Bowen Yang, Lily Gladstone und Kelly Marie Tran.
Am 8. November folgt „Mit leiser Stimme“ von Leyla Bouzid. Das Drama handelt von einer Frau, die nach Tunesien zurückkehrt und sich mit ihrer Familie, ihrer lesbischen Beziehung und dem eigenen Leben auseinandersetzen muss. Eine Woche später, am 15. November, erzählt „The History of Sound“ von zwei Musikern, gespielt von Paul Mescal und Josh O’Connor, deren gemeinsame Zeit lange nachwirkt.
Wer sich für ungewöhnliche Liebesgeschichten interessiert, sollte auch den 22. November notieren: Dann läuft „Pillion“ mit Alexander Skarsgård und Harry Melling. Im Mittelpunkt stehen zwei Männer und eine Beziehung, in der Macht, Begehren und persönliche Grenzen eine wichtige Rolle spielen. Der Film ist laut Festivalprogramm ab 16 Jahren freigegeben.
Die regulären Filmvorstellungen im Programm kosten nach aktuellem Stand 9,90 Euro, ermäßigt 8,50 Euro. Die Queerfilmnacht „Bearcave“ am 16. November ist mit 7,90 Euro ausgewiesen. Weil Preise und Spielzeiten sich ändern können, solltest du vor dem Besuch noch einmal beim Festival oder beim filmforum nachsehen.
Comedy, Bücher und Geschichten, die sonst zu selten erzählt werden
Du hast Lust auf einen Abend mit guten Pointen statt Popcorn? Am 5. November von 20 bis 22 Uhr kommt „SMASH COMEDY“ ins Stapeltor Duisburg. Die queerfeministische Stand-up-Show bietet Stimmen eine Bühne, die im klassischen Comedybetrieb oft weniger Raum bekommen. Das Festival nennt eine Mindestspende von 17 Euro. Bereits am Nachmittag ist ein kostenloser Stand-up-Workshop für FLINTA*-Personen geplant.
Literarisch wird es unter anderem am 13. November in der Duisburger Stadtbibliothek. Dort steht „Geisterdämmerung“ von Kevin Chen auf dem Programm: eine Geschichte über Familie, Identität, Heimat und das Leben eines homosexuellen Mannes zwischen Taiwan und Berlin. Für die Lesung ist laut Programm keine Anmeldung nötig, der Eintritt ist frei.
Am 16. November widmet sich eine Veranstaltung in der VHS Duisburg lesbischer Selbstbehauptung in der DDR. Karin Dauenheimer liest gemeinsam mit ihrer Tochter Sarah Lakhal aus einem Buch über ihr Leben und die frühe Lesbenbewegung. Das ist kein bloßer Blick zurück: Solche Geschichten zeigen, wie viel queere Sichtbarkeit erkämpft werden musste und wie wichtig es ist, Erfahrungen festzuhalten.
Genderterror-Party, Poetry Gala und ein queerer Tanzworkshop
Auch fürs Nachtleben gibt es einen Termin, der heraussticht. Am 21. November ab 22 Uhr lädt die Genderterror-Party ins Autonome Zentrum Mülheim, Auerstraße 51. Statt Einheits-Clubplaylist stehen Post-Punk, Indie, Wave, Alternative Rock, 80er und Elektro-Pop auf dem Plan. Der Eintritt ist mit 5 Euro angegeben. Der Termin wird auch im regionalen Veranstaltungskalender gayweb Mülheim bestätigt.
Schon ab 19:30 Uhr findet am selben Ort die kostenlose Queer Poetry Gala statt. Moderiert wird der Abend von Sven Hensel; queere Künstlerinnen und Künstler präsentieren Texte und Performances. Du kannst also erst zuhören und danach direkt auf die Tanzfläche wechseln.
Und wer selbst die Schritte machen will, statt anderen zuzuschauen: Am 22. November von 16:30 bis 19:30 Uhr gibt es im DRK Bildungswerk Duisburg einen queeren Tanzworkshop. Auf dem Programm stehen unter anderem Cha-Cha-Cha, Discofox und Langsamer Walzer. Die Teilnahme kostet laut Ankündigung 15 Euro pro Person. Getanzt wird unabhängig von klassischen Rollenverteilungen – so, wie es zu dir passt.
Wenn du generell gern im Ruhrgebiet ausgehst, findest du bei GayCrew außerdem unseren Beitrag darüber, was eine gute queere Party ausmacht. Auch unsere Halloween-Tipps für Dortmund, Bochum und Essen sind einen Blick wert.
Queer.Life.Duisburg 2026: Termine, Eintritt und alle Infos
Das Festival läuft vom 21. Oktober bis zum 30. November 2026. Die einzelnen Termine sind auf verschiedene Städte und Spielorte verteilt. Zu den kostenlosen Angeboten zählen beispielsweise der Regenbogenstammtisch am 5. November, das Queer Meetup am 10. November, die Poetry Gala am 21. November und das Kneipenquiz rund um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen am 30. November.
Beim STI-Bingo am 19. November in Moers verbinden die Veranstalter Unterhaltung mit Informationen über sexuelle Gesundheit. Solche Angebote zeigen, dass queeres Kulturleben mehr sein kann als Party oder Film: Es schafft auch Raum für Austausch, Wissen und gegenseitige Unterstützung.
Unser Tipp: Such dir zwei oder drei Programmpunkte heraus, die dich wirklich interessieren, und prüfe die Details direkt vor deinem Besuch. Das vollständige Festivalprogramm mit allen 21 Veranstaltungen und die Detailseiten mit Orten, Zeiten und Preisen sind online. Einige Termine erfordern eine Anmeldung oder ein Ticket, andere sind offen und kostenlos.
Was heißt das für dich?
Du musst für queere Kultur nicht immer nach Berlin, Köln oder Hamburg fahren. Queer.Life.Duisburg 2026 zeigt, wie viel zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet möglich ist: Kino mit anderen Perspektiven, Humor ohne alte Schubladen, Bücher, Begegnungen und eine Nacht auf der Tanzfläche. Vielleicht entdeckst du dabei nicht nur ein neues Lieblingsformat, sondern auch Menschen, mit denen du beim nächsten Mal wieder hingehst.
Quellen und Stand: Offizielles Queer.Life.Duisburg-Programm und Veranstaltungsdetails (Abruf: 17.10.2026); gayweb Mülheim (Genderterror-Termin). Änderungen bei Terminen und Preisen vorbehalten.